Giersch richtig bekämpfen

Giersch ist ein besonders hartnäckiges Unkraut, welches man nur mit viel Geduld in seinem Ausbreitungsdrang eindämmen kann. Hat er sich einmal im Garten angesiedelt, wird man ihn nie wieder völlig los werden.

Der Giersch – kurz vorgestellt

Der Giersch, auch Zaungiersch oder Gewöhnlicher Geißfuß genannt, ist in fast ganz Europa verbreitet. Man findet vor allem in Wäldem, an Gewässerufern, aber auch in Parkanlagen und Gärten. Er braucht einen nährstoff- und vor allem stickstoffreichen Boden.

Der Giersch ist eine Stängelpflanze mit einer Wuchshöhe von 30 bis 60, maximal bis 100 cm. Die langstieligen und intensiv duftenden Laubblätter sind doppelt dreizählig gefiedert, die Blatträndern gezähnt. Zwischen Frühjahrsende und Hochsommer entwickeln sich die doldenförmigen Blütenstände mit winzig kleinen, weißen Blüten.

Abgesehen von seinem Ruf als besonders hartnäckiges Unkraut sollen die Blätter ein schmackhaftes Wildgemüse ergeben. In den Klostergärten des Mittelalters kultiviert, diente der Giersch als Heilpflanze zur Behandlung von Ischias, Gicht und manch anderem Zipperlein – daher auch Zipperleinkraut genannt.

Der Giersch bildet dicht unter der Bodenoberfläche kriechende, bis zu 50 cm lange Ausläufer. Zusätzlich vermehrt sich der Giersch über die Samen mit Wind und Regen aus.

Es gibt eine Zuchtsorte Variegatum mit weiß panaschierten Laubblättern, die kaum Ausläufer bildet und als Bodendecker unter Bäume gepflanzt wird.

Der Giersch – ein hartnäckiges Wurzelunkraut

Der Giersch ist im Garten besonders schwer zu bekämpfen, denn man muss die ganze Pflanze mitsamt ihren langen Ausläufer ausgraben. Bleiben auch nur kleinste Bruchstücke dieser Ausläufer im Boden oder landen auf dem Kompost, können sich daraus rasch wieder neue Pflanzen entwickeln. Man kann zwar die Pflanze schwächen und aushungern , indem man nur die oberirdischen Pflanzenteile immer wieder entfernt – los wird man den Giersch im Garten damit aber nicht.

Den Giersch wirksam entfernen – Tricks und Tipps

Giersch erfolgreich zu bekämpfen und auf Dauer aus dem Garten zu verbannen, ist nicht einfach. Im Gegensatz zu vielen anderen Wurzelunkräutern bildet der Giersch keine tief reichenden Wurzeln oder gar eine dickere Pfahlwurzel, er breitet sich als Flachwurzler vielmehr dicht unter dem Boden in der Horizontalen aus. Daher kann man einen Unkrautstecher gegen den Giersch nicht einsetzen.

Kurzfristig lassen sich erste Erfolge beim Bekämpfen des Giersch und Eindämmen seines Ausbreitungsdrangs erzielen durch:

  • Regelmäßiges Entfernen aller grünen Pflanzenteile
  • Abscheiden der Blütenstände, bevor sich die Samen bilden
  • Frei gerodete Fläche sorgfältig mit der Grabgabel, der Harke oder dem Spaten bearbeiten, und möglichst alle Ausläufer und Rhizomreste des Giersch aus der Ernte herausziehen, bevor das Beet neu bepflanzt wird.
  • Freie Flächen mit Unkrautfolie abdecken, mit Gartenerde auffüllen und dann mit Nutz- oder Zierpflanzen bepflanzen. Auch nach der Ernte die Unkrautfolie über den Winter im Boden lassen und erst im Frühjahr entfernen. Die im Boden verbliebenen Rhizomausläufer und Wurzeln sind dann soweit geschwächt, das sie leicht aus der Erde entfernt werden können.

Langfristig schwächen kann man den Giersch, indem man ihm

  • die Nahrungsgrundlage entzieht: Giersch ist auf einen nährstoffreichen Boden angewiesen. Pflanzt man auf der von Giersch befreiten Fläche einen Starkzehrer wie die Kartoffelpflanze. Dann kann der Giersch sich dort nicht mehr gegen andere Pflanzen durchsetzen.
  • den Boden trockenlegt: Giersch braucht eine hohe Bodenfeuchtigkeit. Deshalb die von Giersch besiedelte Fläche eine Vegetationsperiode nicht mehr wässern, dann schwächelt der Giersch und breitet sich nicht weiter aus. Diesen Effekt kann man beschleunigen, indem man den Boden durchlässiger macht und Sand untermischt.
  • das Lichtangebot reduziert: Giersch ist eine lichthungrige Pflanze. Pflanzt man hoch wachsende Stauden oder Bodendecker auf der Fläche, beginnt der noch junge Giersch zu schwächeln und kann nicht mehr blühen.

Den größten Erfolg erzielt man, wenn man alle drei Faktoren einsetzt und eine hoch- und schnellwachsende, starkzehrende, trockenresistente Pflanze wie die Kartoffel anpflanzt.

Unkrautbekämpfung und alternativen zu Unkrautvernichter

Unkraut richtig entfernen – Tipps und Tricks

  • Hahnenfuß richtig entfernen

    Hahnenfuß richtig entfernen

    Neben der Scharfen Hahnenfuß ist vor allem der Kriechende Hahnenfuß trotz seiner geringeren Wuchshöhe ein schwierig zu bekämpfendes Unkraut. Denn er hat kräftige Wurzeln und bildet dicht über dem Boden legende Ausläufer, an denen sich
  • Hirtentäschel richtig entfernen

    Hirtentäschel richtig entfernen

    Das Hirtentäschel ist ein Samenunkraut, welches leicht durch Jäten entfernen lässt. Da es aber bis zu 4 Generationen pro Jahr bilden und bis zu 64.000 Samen pro Pflanze produzieren kann und die Samen Jahrzehnte im
  • Disteln richtig entfernen

    Disteln richtig entfernen

    Einige Distelarten sind lästige, stachelige Gartenunkräuter, die sorgfältig mitsamt ihrer Pfahlwurzel entfernt werden müssen, bevor sie sich mit Hilfe ihrer Samen ausbreiten. Distelarten die im Garten stören – kurz vorgestellt Es sind vor allem 5
  • Schachtelhalm richtig entfernen

    Schachtelhalm richtig entfernen

    Den Ackerschachtelhalm mit seinem tief reichendem Wurzelsystem restlos auszugraben, ist sehr mühsam. Ackerschachtelhalm wächst auf schweren, verdichteten Boden mit saurem Milieu und an sonnigen Plätzen. Deshalb kann man ihn in seinem Ausbreitungsdrang schwächen, indem man
  • Moos richtig entfernen

    Moos richtig entfernen

    Moos aus dem Ritzen und zu entfernen, das ist zwar mühsam, gelingt aber mit einem geeigneten Fugenkratzer. Moos im Rasen lässt sich eher unterdrücken, indem man den Rasen lockert, auskämmt, Lücken im Rasen schließt, ausreichend
  • Stechapfel richtig bekämpfen

    Stechapfel richtig bekämpfen

    Die Stechapfelpflanze kann sich mit ihren Samen spontan im Garten ansiedeln. Die Pflanze ist ein sehr giftiges Unkraut, welches sich aber mit Hilfe eines Unkraut- oder Pfahlwurzelstechers leicht aus dem Boden entfernen lässt. Zusätzlich müssen

Schreibe einen Kommentar