Was fressen Kleiber am Futterhaus

Kleiber (Sitta europaea)

Auch wenn der Kleiber ursprünglich ein Waldbewohner ist, man kann ihn auch in Parkanlagen, an Straßenalleen und in Gärten mit einem alten Baumbestand beobachten. Sowohl im Körperbau als auch in der Art und Weise, sich am Baumstamm rauf und runter zu bewegen, ist diese „Spechtmeise“ unverwechselbar. Eigentlich ist der Kleiber Insektenfresser; im Winter stellt er sich aber auf Körnernahrung um und kommt dann auch an das Vogelhaus. Er brütet in Baumhöhlen, nimmt aber auch Nistkästen an.

Aussehen und Lebensweise des Kleiber

Auch wenn man es ihnen nicht ansieht, Kleiber sind nicht mit den Spechten näher verwandt, sondern mit den Meisen. Sie werden deshalb auch Spechtmeisen genannt. Stimmlich können Kleiber jedoch weder mit den lautstarken Spechten noch mit dem Zwitschergesang der Meisen mithalten.
Kleiber sind in fast ganz Europa außer im Süden der iberischen Halbinsel und in Nordskandinavien verbreitet. In Mitteleuropa sind Kleiber Jahresvögel. Kleiber leben in Misch- und Laubwälder, man kann sie aber auch an Alleen, Parks und Gärten mit altem Baumbestand entdecken. Sie laufen an Baumstämmen genauso geschickt hinauf wie kopfüber herunter. Kleiber setzen beim Klettern am Baum die Füße nicht nebeneinander, sondern übereinander.
Man erkennt Kleiber aber auch am typischen Körperbau mit kurzem Schwanz mit breitem Ende und dem sehr spitzen Schnabel. Das Gefieder ist bei Männchen und Weibchen gleich gefärbt: Die Oberseite ist stumpf-grau, die Unterseite weißlich bis hell rostfarben. Die Männchen haben darüber hinaus eine weiße Kehle und leuchtend rosafarbene Brust. Kleiber werden etwa 14 cm groß, 23 g schwer und haben eine Flügelspannweite von 18 cm. Kleiber werden durchschnittlich nur 3 Jahre alt. Zu den Feinden des Kleibers zählen Eichelhäher, Elstern, Sperber und Falken.

Was frisst der Kleiber in der Natur?

Der Kleiber sucht nach Borkenkäfern und anderen Insekten in den Ritzen der Baumrinde oder reißt die Rinde dazu Stückchen für Stückchen ab. Im Winter nimmt er auch Samenkörner ersatzweise als Nahrung an. Die Samen sucht er dazu hauptsächlich am Boden, indem er mit seinem Schnabel im Falllaub herumstochert.

Womit füttert man den Kleiber am Vogelhaus?

An der Vogelfutterstelle im Garten suchen sich die Kleiber gezielt zunächst die Nüsse, dann die Sonnenblumenkerne aus. Im Winter stellt sich der Kleiber vom Weichfutterfresser auf Körnernahrung um. Dann bietet man ihm Kolbenhirse, Leinsamen, Haferflocken, Kleie und ungesalzene Nüsse im Vogelhaus an. Der Kleiber ist kein Kostverächter und erweist sich als flexibler Allesfresser. Statt im Vogelfutterhaus kann man dem Kleiber das Futter in einer Futtersäule anbieten. Er ist es ja gewohnt auch kopfunter zu fressen. Außerdem hat eine geschlossene Futtersäule den Vorteil, dass das Futter besser sauber und keimfrei gehalten werden kann.

Brutverhalten und Nisthilfen für den Kleiber

Oft schon im Februar ertönen die Flötentöne der balzenden Männchen. Kleiber brüten in Mitteleuropa Ende März/ Anfang April bis zum Juni. Kleiber bleiben als monogames Paar meist nur für eine Brutsaison zusammen, Ausnahme bilden lebenslange Paarbindungen.
Kleiber nutzen alte Spechthöhlen und Nistkästen zum Brüten. Dabei wird der Eingang mit einem Gemisch aus Speichel und Lehm bis auf etwa 3,5 cm Durchmesser verkleinert. Bruthöhle oder Nistkasten werden dann mit Rindenstückchen ausgepolstert. Offensichtlich nimmt die Kleiber der Nestbau so stark in Anspruch, dass die Männchen dann kaum noch singen. Sie geben dann nur noch Warn- und Lockrufe von sich.
In der Regel wird nur einmal pro Jahr gebrütet. Innerhalb von 17 Tagen werden die 6 bis 8 Eier vom Weibchen ausgebrütet. Das Weibchen wird dabei vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Jungvögel bleiben drei Wochen und länger im Nest. Sie werden von beiden Eltern gefüttert. Wenn die Jungvögel dann aus der Nisthöhle herausklettern, sind sie von Anfang an geschickte Flieger. Sie bleiben aber noch lange in der Nähe der schützenden Nisthöhle.

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