Was fressen Eichelhäher am Vogelhaus

Eichelhäher (Garrulus glandarius)

Auf einem Waldspaziergang hört man den Eichelhäher mit seinem lauten Gekrächze eher als man ihn sieht. Er ist aber keineswegs scheu. Im Winter ist er oft der Erste am Vogelhaus, lässt aber andere Vögel, denen er im Sommer nachstellt, dort unbehelligt.

Aussehen und Lebensweise des Eichelhähers

Der Eichelhäher ist in Europa mit Ausnahme des hohen Nordens weit verbreitet. Er ist ein ausgesprochener Waldbewohner, kann sich aber auch in einem Garten mit altem Baumbestand längere Zeit aufhalten. In manchen Jahren ziehen im Frühherbst zusätzlich ganze Trupps von Eichelhähern aus Osteuropas durch unsere Wälder. Aber eigentlich sind Eichelhäher eher Einzelgänger. Der Eichelhäher kann bis zu 15 Jahre alt werden.
Der etwa taubengroße Vogel mit grau-rötlicher Grundfarbe des Gefieders, den den blau-weiß/ schwarz-weiß gemusterten Flügel und dem schwarzen Bartstreifen ist er leicht zu erkennen. Oft bleibt er aber im Geäst verborgen und macht eher durch seine lauten Warnrufe, ein heiseres „Rätsch Rätsch“, auf sich aufmerksam. Damit warnt er auch andere Waldbewohner vor drohenden Gefahren. Oder gibt ein „hiäh“ von sich, welches an den Schrei von Mäusebussarden erinnert. Eichelhäher sind ähnlich stimmbegabt wie Stare und können sogar blökende Schafe oder meckernde Ziegen täuschend ähnlich nachahmen.
Eine für Vögel ganz ungewöhnliche Eigenart des Eichelhähers ist es, sich manchmal mitten in einen Ameisenhaufen zu setzen. Denn mit der Ameisensäure, die ihm die Ameisen zu ihrer Verteidigung entgegen spritzen, kann er sein Gefieder frei von Parasiten halten.

Was frisst der Eichelhäher in der Natur?

Der Eichelhäher ist ein Allesfresser: Im Sommer frisst er hauptsächlich Insekten, macht aber als Nesträuber auch nicht vor Eiern und Nestlingen der Singvögel Halt. Gelegentlich greift er sich auch halb-flügge Jungvögel oder sogar ausgewachsene Singvögel. Die Beute fixiert er mit seinen Füßen, um sie dann mit Hilfe des starken Schnabels zu erschlagen. Daneben zählen auch Mäuse, Amphibien und Eidechsen zu seinem Beutespektrum. Manchmal findet man sogar Gewölle – ähnlich denen von Greifvögeln, unverdauliche Nahrungsreste, die der Eichelhäher wieder ausgewürgt hat. Diese Gewölle kann man sammeln und auseinandernehmen, um zu sehen, was der Eichelhäher an Nahrung zu sich genommen hat.
Mit Herbstbeginn wechselt er dann mehr oder weniger zu vegetarischer Ernährung. Er sammelt Getreidesamen, Beerenfrüchte, Eicheln und Bucheckern, die er von den Bäumen erntet oder vom Boden aufliest und legt damit ähnlich wie die Eichhörnchen Vorräte an. Jede einzelne Eichel vergräbt er mit Hilfe seines Schnabels im Boden. Oder er legt ganze Lagern in Ritzen zwischen Felsen oder in Baumhöhlen an.

Womit füttert man den Eichelhäher am Vogelhaus?

Am Vogelhaus ist der Eichelhäher nicht wählerisch und nimmt, was er vorfindet. Im Winter ist er dort meist als Erster zur Stelle, lässt aber Singvögel, deren Nester er im Sommer ausraubt, an der Futterstelle unbehelligt.
Der Eichelhäher ist ein echter Gourmet und lässt sich Zeit beim Fressen. So pellt er Schutzhaut von Nüssen fein säuberlich ab, um dann in aller Ruhe das Mark der Nuss zu fressen.

Brutverhalten und Nisthilfen für den Eichelhäher

Ende April/ Anfang Mai beginnt die Brutsaison der Eichelhäher. Beide Partner beteiligen sich am Nestbau, den sie aus Grashalmen und Wurzelstücken anlegen, entweder in einer Baumhöhle oder in einem Nistkasten, der eigentlich für Waldkäuze bestimmt war. Das Nest selbst wird relativ flach angelegt.
Werden die Eichelhäher beim Nestbau gestört, dann beenden sie den Nestbau unvollendet und bauen woanders ein neues Nest.
Meist werden 3 bis 5 Eier gelegt. Die Brutzeit dauert etwas länger als 2 Wochen. Die Nestlingszeit, in der die Jungen mit Nahrung versorgt werden, dauert etwa 20 Tage. Die Eltern würgen den Nahrungsbrei aus ihrem Kropf, um die Nestlinge damit zu füttern. Sind die Jungvögel flügge, dann rufen sie in der Nähe ihres Nistplatzes mit gellendem Geschrei nach ihren Eltern.

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