Schwanzmeise

Schwanzmeisen (Aegithalos caudatus) sind leicht an ihrem im Verhältnis zum kleinen Körper langen Schwanz zu erkennen. Außerhalb der Brutzeit schließen sie sich zu Trupps zusammen, ziehen auf Nahrungssuche umher und verteidigen ihr Revier gegen fremde Artgenossen. Den größten Teil des Tages sind sie auf Nahrungssuche unterwegs. Außergewöhnlich ist die Form des eiförmigen Nestes, welches bis auf den seitlichen Eingang dicht geschlossen ist. Mit dem Nestbau sind sie 2 Wochen beschäftigt, dann folgen je 2 Wochen Brüten und Aufzucht der Nestlinge.

Aussehen und Lebensweise der Schwanzmeise – kurz vorgestellt

Schwanzmeisen bilden eine eigene Familie. In Mitteleuropa kommt nur die Schwanzmeise der Art Aegitahlos cadautus vor. Von n anderen Meisenarten unterscheidet sie sich durch ihren langen Schwanz, der mehr als die Hälfte der Körperlänge von 14 bis 15 cm ausmacht. Mit ihrem Schwanz können sie geschickt beim Entlanghangeln im dünnen Geäst balancieren. Schwanzmeisen werden nur 8 bis 10 g schwer, ihre Flügelspannweite beträgt 18 cm. Der schwarze Schnabel ist nur etwa einen halben Zentimeter lang.

Der Kopf ist entweder vollkommen weiß oder hat einen breiten schwarzen Streifen, der sich bogenförmig vom Schnabelansatz über dem Auge bis zum Nacken hinzieht.

Die Schwanzmeise ist ein Teilzieher. Sie hält sich in Laub- und Mischwäldern, in Parks, auf Friedhöfen mit altem Baumbestand und in Gärten auf.

Charakteristisch für die Schwanzmeise ist auch das eiförmige, fast geschlossene Nest aus Federn, Moos und Pflanzenfasern.

Die Schwanzmeise zeigt ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Außerhalb der Fortpflanzungszeit schließen sich zu Schwärmen mit bis zu 30 Vögeln zusammen. Dann ziehen sie in ihrem ausgedehnten Revier auf Nahrungssuche umher und verteidigen dies Territorium auch gegen fremde Schwanzmeisen. Täglich können sie einige Kilometer zurücklegen; dabei halten sie sich nur wenige Minuten an einem Platz auf und ziehen dann weiter. Im Winter rücken sie bei niedrigen Temperaturen zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. Schwanzmeisen haben einen hohen Stoffumsatz, deshalb verbringen sie im Sommer die Hälfte ihrer Zeit mit der Nahrungssuche , im Winter sind es sogar mehr als 90% des Tages.

Was frisst die Schwanzmeise in der Natur?

Schwanzmeisen ernähren sich von kleinen Insekten, sowie deren Eier und Larven und Spinnen, aber auch von Blütenknospen, Beeren und Samenkörner. Selbst die auf den Zweigen wachsenden Flechten und Algen werden nicht verschmäht.

Die Nestlinge werden vor allem mit Schmetterlingsraupen gefüttert.

Womit füttert man die Schwanzmeise am Vogelfutterhaus?

Schwanzmeisen kommen in den Wintermonaten auch ans Vogelfutterhaus, hängen sie aber auch an die Meisenknödel. Schwanzmeisen sind bei der Winterfütterung nicht wählerisch: Sie nehmen kleine Sämereien, aber auch klein gehackte Nüsse, Käsestückchen und Brotkrumen an.

Brutverhalten und Nisthilfen für die Schwanzmeise

Die Brutzeit der Schwanzmeisen fällt in die Monate April bis Juni. Schwanzmeisen legen in den Baumgabeln oder in dichtem Gezweig in bis zu 15m Höhe im eiförmige, geschlossene Nester mit einem seitlichen Einschlupf an. Ihre Nester ähneln in der Form denen der afrikanischen Webervögel. Die Außenseite des im Verhältnis zur Körpergröße der Schwanzmeise riesigen Nestes wird mit Moos und Flechten verkleidet – so ist der Nestbau nicht nur vor Wind und Wetter gut schützt, das Nest ist auch hervorragend getarnt. Das Nestinnere polstert die Schwanzmeise mit bis zu 2000 Federn aus. Mit diesem Nestbau sind sie bis zu 2 Wochen beschäftigt.

Auch bei der Schwanzmeise bebrütet nur das Weibchen die 8 bis 12 Eier und zwar für etwas weniger als 2 Wochen. Die Jungvögel bleiben 15 bis 16 Tagen im Nest. Dann beginnen sie mit den ersten Flugversuchen. Zum Schlafen sitzen sie dann dicht gedrängt in einer Reihe auf einem Ast oder sie plustern sich einzeln zu einem dichten Federknäuel auf. Die Eltern bleiben mit ihren Jungen zusammen und ziehen als Familie bis August auf Nahrungssuche umher. Schwanzmeisen sind im Alter von 1 Jahr geschlechtsreif.

 

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