Haussperling

Haussperling (Passer domesticus)

Haussperlingen sind unsere häufigsten Singvögeln. Umgansprachlich wird er auch Spatz genannt. Als Kulturfolger halten sie sich gerne in unseren Gärten auf und zeigen wenig Scheu vor den Menschen. Eigentlich sind sie Körnerfresser, nehmen aber fast alles Futter an, was ihnen das Vogelhaus bietet.

Aussehen und Lebensweise der Haussperlinge

Der Haussperling gehört zur Familie der Webervögel, die vor allem in den Tropen weit verbreitet sind. In Europa zählen nur die Sperlinge und der Schneefink zu den Webervögeln; andere Finkenarten bilden eine eigene Familie.

Der Haussperling, oft Spatz genannt, ist mit mehreren Rassen fast auf der ganzen Welt heimisch. In Europa hält er sich vor allem in offenem Gelände in Baumgruppen auf und fühlt sich als Kulturfolger auch in Siedlungen heimisch. Haussperlinge haben sich vermutlich schon in prähistorischer Zeit dem Menschen angeschlossen. Sie leben gesellig in kleineren Gruppen.

Der Haussperling wird etwa 14 cm groß bei einem Gewicht von 30 g und einer Flügelspannweite von 23 cm. Haussperlinge werden bis zu 10 Jahre alt. Die Männchen haben einen dunkelgrauen Scheitel und einen schwarzen Brustlatz, der Feldsperling hat dagegen eine braune Kopfplatte. Der Nacken des Haussperling-Männchens ist rötlich braun, die Kehle schwarz, die Wangen sind grau-weiß gefärbt, und auf dem Flügel gibt es eine schmale, weiße Querbinde. Den Weibchen fehlt die schwarze Kehle des Männchens. Sie sind stattdessen auf der Oberseite braun, unten hellgrau-braun gefärbt, ebenso wie die Jungvögel.

Um ihre Haut- und Federparasiten loszuwerden, nehmen die Haussperlinge oft ein ausgiebiges Bad im Sand.

Was frisst der Haussperling in der Natur?

Haussperlinge sind Körnerfresser, können sich aber auch von Früchten, Beeren und Insekten ernähren. In ländlicher Umgebung machen Getreidesamen 2/3 der Nahrung aus. Ihre Nestlinge versorgen sie aber fast ausschließlich mit Insekten, vor allem kleineren Larven oder zerkleinerten

Ihre Nahrung suchen die Haussperlinge vor allem am Boden, dabei bewegen sie sich hüpfend vorwärts. Es gibt aber einzelne Spatzen, die gelernt haben, Insekten in der Luft zu jagen. Sie können sogar, mehr oder weniger geschickt, an Hauswänden klettern, wobei sie sich mit dem Schwanz und den nru leicht geöffneten Flügel abstützen, um nicht abzurutschen.

Haussperlinge sind am aktivsten in der Dämmerung, dann fangen sie meist auch an zu Singen.

Womit füttert man den Haussperling am Vogelhaus?

Neben Samenkörnern der verschiedenen Getreidesorten, Beeren und Früchten sollte man auch ein frisches Apfelstück im Vogelfutterhaus auslegen, mit dem sie vor allem ihren Durst löschen. Haussperlinge, die regelmäßig gefüttert werden, sind echte Opportunisten, d.h. sie nehmen fast alles, was sie ergattern können.

Deshalb sollte auch in der Nähe eine Vogeltränke stehen, in der die Haussperlinge gerne auch ein Bad nehmen. Auch die gerade erst flügge gewordenen Jungvögel kommen dazu an die Vogeltränke.

Brutverhalten und Nisthilfen für den Haussperling

Die Fortpflanzungszeit beginnt meist im April. Bis zum August kann zwei- bis dreimal gebrütet werden. Haussperlinge nutzen nach Möglichkeiten Nistkästen aber auch Höhlungen jedweder Art. In warmen, südlichen Regionen brüten sie auch in Bäumen oder ähnlich wie die Schwalben unter dem Dachtrauf an Hauswänden.

Das Nest wird recht unordentlich angelegt, aber innen mit Federn weich und warm ausgepolstert. Haussperlinge brüten gerne in Gruppen, dabei können dicht nebeneinander angelegte Nester zu einem größeren Gebilde zusammenwachsen.

Jedes Gelege zählt 4 bis 6 Eier und wird 12 bis 13 Tage bebrütet. Die Nestlinge bleiben ca. 2 Wochen im Nest, bis sie flügge sind. Die Nestlinge bekommen keine Daunen wie andere Singvögel, sondern von Anfang an echte Jungvogel-Federn. Allerdings tauschen bereits im Alter von etwa 7 Wochen in einer Vollmauser ihr gesamtes Federkleid aus. Die Nestlinge werden von den Eltern vor allem mit Insekten gefüttert.

Vom Nest fliegen die Haussperlinge in direktem, geradlinigen Flug Deckung suchend zum nächsten Baum. Dabei erreichen sie Fluggeschwindigkeiten von bis zu 60 km/h.

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