Haubenmeise

Haubenmeise (Parus cristatus)

Die Haubenmeise ist bei uns in Mitteleuropa noch weit verbreitet. Sie wird aber oft übersehen, da sie sich in den Nadelwäldern versteckt hält. Auch ans Vogelfutterhaus im Winter kommt sie nur, wenn im Garten einige Nadelbäume die nötige Deckung bieten. Sie ernährt sich von Insekten und Spinnen, im Winter eher von Koniferensamen, Nüssen und anderen Samenkörnern. Nistkästen werden nur selten angenommen. Das Weibchen legt stattdessen lieber eine Höhle in morschem Holz an oder nutzt einen verlassenen Eichhörnchenkobel zum Nisten.

Aussehen und Lebensweise der Haubenmeise

Die Haubenmeise ist in Europa von Portugal bis zum Ural verbreitet. Dabei bleibt auch der Norden bis auf Höhe des Polarkreises nicht ausgespart. Sie besiedelt bei uns in Mitteleuropa vor allem in Nadel- und Mischwälder, in Südeuropa aber auch reine Laub- und Korkeichenwälder. Noch ist sie weit verbreitet und relativ häufig. Allerdings gehen auch die Bestände der Haubenmeise mit dem Verschwinden der Tannen- und Fichtenwälder in Folge des Klimawandels und des um sich greifenden Borkenkäferbefalsl langsam zurück. Außerdem bleibt sie oft im Nadelgehölz versteckt.

Rücken, Flügel und Schwanzfedern sind bräunlich gefärbt, die Körperunterseite weißlich gefärbt. Der Brustlatz ist schwarz gefärbt, der Kopf lebhaft schwarz-weiß gezeichnet und die besonders auffallende Kopfhaube der Altvögel ist schwarz-weiß gefleckt. Regional wird sie teilweise deshalb auch Schopfmeise genannt. Wenn der Vogel durchs dichte Geäst hangelt, dann legt er dabei die Kopfhaube an.

Die ausgewachsene Haubenmeise ist ca. 12 cm groß; die Männchen sind mit 11,5 g etwas schwerer als die Weibchen. Erstaunlicherweise kann die so zierlich wirkende Meise bis zu 9 Jahre alt werden. Dabei bleibt sie solange wie möglich ihrem Revier treu.

Was frisst die Haubenmeise in der Natur?

Haubenmeisen ernähren sich als Weichfutterfresser vor allem von Insekten und Spinnen. Sie halten ihre Beute mit den Füßen fest und bearbeiten sie dann mit dem Schnabel. Im Herbst suchen sie auch nach Samen, vor allem von Nadelbäumen.

Womit füttert man die Haubenmeise am Vogelhaus ?

Im Winter kommen die Haubenmeise auf der Suche nach Nahrung auch ans Vogelfutterhaus. Neben Samen von Nadelbäumen nehmen sie auch gerne geschälte Erdnüsse und andere Körner als Futter an.

Wer die Haubenmeise ganzjährig im Garten halten möchte, sollte einige große Koniferen pflanzen. Meist hält sie im oberen Bereich der Baumkronen auf. Dabei behält sie auch das Vogelhaus im Blick. Sobald die Luft rein ist, keine Eichelhäher oder andere, gefährlich werdende Vögel zu sehen sind, wechselt sie zur Futterstelle.. Obst- und Laubbäume werden dagegen eher gemieden.

Brutverhalten und Nisthilfen für die Haubenmeise

Zum Nestbau meißelt das Weibchen mit seinem Schnabel eine specht-ähnliche Höhle in morsches Baumholz oder Baumstümpfe. Das Nest wird mit Moos, Spinnweben, Tierhaaren und Flechten weich ausgepolstert.

Nicht immer legt die Haubenmeise ein eigenes Nest an. Manchmal brütet sie einfach in einem verlassenen Kobel eines Eichhörnchens oder zieht in den Horst eines Greifvogel ein. Nistkästen werden nur selten angenommen, oft wird sie dort von den Kohlmeisen verdrängt. Wenn, dann nimmt die Haubenmeise eher einen Nistmöglichkeit aus zusammengeklebten Baum- und Rindenstücken an als einen aus Holz zusammengezimmerten Kasten.

Haubenmeisen haben nur eine Brut pro Jahr, meist im April oder Mai. Die Brutsaison geht bis maximal Juni; falls die erste Brut verloren geht, wird in dieser Zeit eine Nachbrut angelegt. Es werden 4 bis 8 gefleckte Eier gelegt. Die Brutzeit dauert etwa 2 Wochen. Die Jungvögel bleiben zwischen 17 und 22 Tage im Nest.

Auch wenn sie flügge geworden sind und ihr Nest verlassen haben, werden sie noch drei weitere Wochen von den Eltern mit Futter versorgt. Dann sind die Jungvögel endlich selbständig und schließen sich manchmal sogar mit anderen Meisenarten oder Goldhähnchen zu einer lockeren Gruppe zusammen. Mancher Jungvogel fällt jedoch dem Eichelhäher zum Opfer.

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