Goldammer

Noch sind Goldammern (Emberiza citrinella) weit verbreitet; ihre Zahl nimmt jedoch seit Jahrzehnten stetig weiter ab, Hauptursache sind Flurbereinigungen verbunden mit einer ausgeräumten, strukturarmen Landschaft und die Intensivierung der Landwirtschaft. Helfen kann man den Goldammern, indem man im Garten naturbelassene Randstreifen mit Wildhecken und Büschen überlässt, in denen sie ihr Nest anlegen können, und indem man ihnen durch eine artgerechte Fütterung über den Winter hilft.

Aussehen und Lebensweise de Goldammer – kurz vorgestellt

Die Goldammer ist in weiten Teilen Europas verbreitet. In Mitteleuropa gibt es unter den Goldammern Standvögel, Strichvögel und Teilzieher. In manchen Gegenden Deutschlands wird sie auch Winterlerche genannt, weil sie auch ihren Winter dort verbringt. In Schwaben nennt man sie deswegen sogar Schneegitz. Obwohl die Goldammer ein Schneeflüchter ist und bei extremen Temperaturstürzen nach Süden ausweicht.

Unsere Goldammerbestände in Mitteleuropa sind jedoch in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Ursache sind die ausgeräumte und wenig strukturierte Landschaft als Folge der intensiv betriebenen, konventionellen Landwirtschaft, verbunden mit Überdüngung und Pestizideinsatz, zu frühes Mähen von Wiesen und Weiden und die Bodenversiegelung auch in den Randbereichen der Dörfer und Städte.

Von Nordeuropa zieht sie Richtung Iberische Halbinsel und Südosteuropa in ihr Winterquartier. Die Goldammer hält sich gerne auf Wiesen und Felder, an Feldwegen mit Hecken oder an Waldrändern auf. Hoch oben in der Luft über den Feldern lässt sie ihren Gesang ertönen. Sie ist kein Bodenvogel, nimmt zwar auf einzelnen Zweigen Platz, kann sich aber nicht hüpfend fortbewegen.

Das Männchen der Goldammer hat eine zitronengelbe Kopfzeichnung, bei den Weibchen ist ist sie blasser. Auch die Kehle des Männchens ist leuchtend gelb gefärbt, die Region um das Ohr herum dunkelbraun gezeichnet. Sein Bürzel ist rotbraun. Das Weibchen ist stärker grau-braun gefleckt.

Goldammern werden etwa 16 cm groß, wiegen bis zu 30 g und haben eine Flügelspannweite von ungefähr 28 cm.

Was frisst die Goldammer in der Natur?

Im Sommerhalbjahr ernähren sich Goldammern hauptsächlich von Insekten, Spinnen und Würmern, die sie vom Boden aufpicken, und noch unreifen, grünen Samen der Gräser. Im Winter leben sie ausschließlich von Körnern und Getreidesamen.

Womit füttert man Goldammern am Vogelfutterhaus?

Goldammern trifft man selten direkt am Vogelfutterhaus an. Eher sammeln sie die unter dem Vogelfutterhaus liegenden Samen, die andere Vögel verloren haben. Zum Lieblingsfutter der Goldammern gehören Haferflocken. Mit einem Schälchen voll mit Haferflocken kann man sie anlocken und allmählich an die Winterfütterung im Garten gewöhnen. Wichtig ist ein schützendes Dach über dem Futter, damit es trocken bleibt.

Brutverhalten und Nisthilfen für die Goldammer

Die Balz der Goldammer-Männchen beginnt bereits im Februar, auch wenn noch Schnee liegt. Dabei sitzt das Männchen etwas erhöht auf einem Zaunpfosten oder einem gut sichtbaren Ast. Die Tonfolge des Gesangs soll Beethoven als Thema für die Fünfte Symphonie gedient haben.

Die Goldammer finden zueinander, indem sie immer wieder Grashalme aufheben und wieder fallenlassen. Damit zeigen sie ihre gegenseitige Sympathie an. Anschließend baut aber nur das Weibchen ein Nest und zwar in Bodennähe in einer Krautschicht oder niedrigem, dichtem Gestrüpp und Büschen. Das Nest wird aus trockenen Blättern und Grashalmen, Wurzelstücken und ähnlichem Material angelegt. Das Innere wird mit Tierhaaren weich ausgepolstert.

Zwischen April und Juli wird zweimal gebrütet und zwar je 2 Wochen lang. Die Eizahl im Nest liegt zwischen 3 und 5. Die mit feinen, dunklen Linien überzogenen Eier der Goldammer gehören zu den schönsten Eiern unserer einheimischen Singvögel. Die Jungvögel bleiben etwa 2 Wochen im Nest. Beide Eltern füttern die Nestlinge mit Insekten. Sperriger Beute wie Heuschrecken werden zuerst die Sprungbeine abgefressen, dann das Insekt im Schnabel zerquetscht und schließlich in die weit aufgerissenen, orangeroten Rachen der Nestlinge gestopft. Der tierische Anteil an der Ernährung der Nestlinge macht fast 90 % aus.

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