Amsel

Amsel sind ursprünglich Waldvögel, haben sich aber oft an ein Leben im Garten gewöhnt und recht zutraulich werden. Dabei sind sie zunehmend auf Nisthilfen und Fütterung während der Wintermonate angewiesen.

Beschreibung / Aussehen der Amseln

Die Amsel (Turdus merula), auch Schwarzdrossel genannt, zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus: Die Männchen haben ein schwarzes Gefieder, von dem sich der gelbe bis orange gefärbten Schnabel und einen gelben Ring um die Augen, die Iris ist dagegen dunkelblau.

Das Weibchen hat ein unauffälligeres Gefieder in dunkelgrau bis dunkelbraun. Schnabel und Augenring sind weniger auffällig hornfarben gelblich gefärbt. Beine und Zehen sind bei beiden Geschlechtern dunkelbraun.

Die männlichen Jungvögel ein braunschwarzes Gefieder und einen mehr oder weniger schwarzen Schnabel. Außerdem können sie eine heller gestreifte oder gefleckte Kinnpartie haben. Bei den Weibchen dagegen ähnelt das Gefieder bereits nach der ersten Kleingefiedermauser dem des geschlechtsreifen Weibchens.

Was fressen Amseln am Vogelfutterhaus

Amseln sind Weichfutterfresser, die ihr Futter vor allem am Boden suchen. Außerdem spielen sie gerne am Vogelfutterhaus die „erste Geige“ und versuchen, Artgenossen und andere Singvögel abzudrängen. Deshalb richtet man den Amseln besser eine eigene Vogelfutterstelle am Boden ein, die aber in offenem Gelände liegen sollte, damit sich Katzen nicht anschleichen können. Wenn im Spätherbst Würmer, Insekten und andere am und im Boden lebende Beutetiere Mangelware werden, stellen sie sich auf Beerenobst um. Deshalb bekommen Amseln zur Winterfütterung klein geschnittene Obststückchen, Rosinen, Kleie, Mohn und Haferflocken.

Was fressen Amseln in der Natur

Amseln sind Weichfutterfresser, die ihr Futter – vor allem Insekten, Spinnen und Würmer – am Boden suchen. Im Laufe des Sommers gehen sie zu Beeren und an den Bäumen hängengebliebenem Obst über.

Sie versuchen am flachen Gewässerufer Kaulquappen, Egel und Wasserschnecken zu schnappen. Manchmal erbeuten sie sogar Eidechsen und Mäuse.

Brutverhalten / Geeignete Nistkästen

Amseln sind Freibrüter, die ein offenes Nest anlegen, meist in Bäumen oder Sträuchern, seltener am Boden. Bei Auswahl des Nistplatzes und dem Bau des Nestes gibt es eine klare Rollenverteilung.

Das Amselmännchen sucht nach geeigneten Nistplätzen. Diese führt sie dann dem Weibchen vor. Das Amselmännchen singt leise, damit das Weibchen unterwegs nicht den Kontakt zu ihm verliert. Außerdem sammelt das Männchen zum Schein ein wenig Nistmaterial.

Hat das Weibchen sich für einen Nistplatz entschieden, dann beginnt das Männchen mit dem Nestbau. Damit ist es bis zu 10 Tage lang beschäftigt. Das Nest wird auf einer stabilen Unterlage aus Zweigen, Grashalmen, Moos und Flechten angefertigt. Das wird dann mit einer feuchten Lehmschicht abgedichtet, die 1 bis 2 Tage trocknet. Anschließend polstert das Weibchen das Nest aus.

Amseln brüten mehrmals im Jahr. Die Brutzeit dauert jeweils etwa 2 Wochen. Nach dem Schlüpfen bleiben die Nestlinge noch 2 Wochen im Nest.

Die Amsel war früher ein Waldvogel; als Kulturfolger ist sie nach und nach zum Garten- und Stadtvogel geworden. In dieser urbanen Umgebung findet die Amsel oft keine natürlichen Nistmöglichkeiten mehr.

Deshalb ist ihr mit einem Vogelhaus geholfen. Der Nistkasten hat aber keine geschlossene Vorderfront mit Flugloch wie bei den Meisenkästen. Die Vorderseite des Nistkastens für Amsel bleibt vielmehr in der oberen Hälfte offen. Diese halboffene Vorderseite wird süd-östlich ausgerichtet werden.

Da Amseln vor allem am Boden nach Nahrung suchen, fallen sie manchmal auch einer Katze zum Opfer. Wenn es ein brütendes Amselweibchen trifft, dann sind die Nestlinge verwaist. Man kann versuchen, sie selbst aufzuziehen. Sie brauchen aber tagsüber anfangs etwa alle halbe Stunde Nahrung, später kann man die Fütterungsintervalle auf 2 Stunden ausdehnen.

Man füttert zerkleinerte Mehlwürmer, Heuschrecken und Insektenfutter, gelegentlich etwas ungesalzenes Rührei. Um ihren Wasserbedarf zu decken, tropft man ihnen mit einer kleinen Pipette Wasser in den aufgesperrten Schnabel oder befeuchtet das Futter mit etwas Wasser. Wichtig ist, dass die Jungvögel sich nicht zu sehr an uns gewöhnen und dann später nicht mehr allein zurechtkommen.

 

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